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Comic-Salon Erlangen 2014 – Ein Rückblick

So ist es mit den spassigen Dingen des Lebens: Erst freut man sich eine Ewigkeit drauf – und dann ist’s auch schon vorbei! So nun auch der Internationale Comic-Salon, der vom 19. bis zum 23. Juni 2014 wieder einmal in Erlangen statt fand. Als Schüler war ich 1990 das erste Mal dort, danach verschlug es mich immer wieder mal dahin. Aber eins hatten diese Besuche gemein: Ich hatte stets nur die Messe besucht. Workshops? Nicht mit mir! Und das sollte sich in diesem Jahr ändern!

“Mein” Salon begann am Donnerstag Nachmittag mit dem “ComicTalk“, bei dem Hella von Sinnen zusammen mit Ralf König (deutsche Cartoon- und Comic-Legende), Sabine Bohlmann (Lisa Simpsons deutsche Stimme) und Kai Meyer (Autor, dessen Bücher oft für Comics adaptiert wurden) aktuelle “Graphic Novels” besprach. Das war immer dann sehr erhellend, wenn die Herren König und Meyer aus dem Nähkästchen plauderten und geriet mir persönlich ansonsten eher ein wenig zu flach. Überhaupt wurde mir zu bemüht die “Graphic Novel” von den gemeinen “Comics” abgegrenzt, als wolle man dadurch eine Relevanz für Erwachsene schaffen.

Abends erwartete mich ein regelechtes Highlight: “Putain de guerre! Elender Krieg“, eine Mischung aus Lesung und Konzert. Der französische Comic-Künstler Jacques Tardi Texte zum Thema “Erster Weltkrieg” las und dabei von der Sängerin Dominique Grange und der Band “Accordzéam” begleitet wurde, während großformatig Tardis Zeichnungen zu diesem Thema auf eine Leinwand geworfen wurde. Ich musste zwar arg konzentriert mein Schulfranzösisch zusammen kramen, wurde aber mit einer tollen Veranstaltung und einem sehr emotionalen Abend belohnt.

Der Freitag begann dann mit meinem ersten Workshop, “Geteilte Arbeit = halbe Arbeit?” in den Räumen der Comicademy, bei denen ich im vergangenen Jahr das “Comicademy Training Programm” durchlaufen hatte, ein Online-Kurs rund ums Zeichnen von Comics. Und ich bekam tatsächlich mein Zertifikat dort ausgehändigt, hier das Beweisvideo! Danach diskutierte ich noch mit dem Manga-Chef vom Carlsen-Verlag über Lizenzierung und den heimischen Manga-Markt, wobei ich ebenfalls “beobachtet” wurde.

Und dann ging’s rauf auf die Messe, treiben lassen! Und meinen Fanboy-Moment erleben, als mir der großartige Peter Puck meine Ausgabe eines alten “Rudi”-Comics signierte. Was für ein Moment! Nächster Zwischenstopp war der Stand von “JAZAM!“, einer Independent Comic-Anthologie, in deren 9. Ausgabe die Kurzgeschichte “Heldentod” von mir erschienen ist. Die Ausgabe könnt ihr übrigens hier kaufen! Anschließend machte ich Halt bei “Kwimbi“, einem Shop für Webcomics, da ich überlege, über diesen Vertriebsweg meinen für Ende des Jahres geplanten “Schoolpeppers“-Cartoonband zu veröffentlichen (500 Cartoons und 2 Kurzgeschichten – zieht euch warm an, Leute). Interessant war auch das Gespräch, das ich im Anschluss mit dem Sebastian vom The Next Art-Verlag führte. Das wäre vielleicht genau das Richtige für die Science Fiction-Serie, die ich derzeit plane …

Der Tag klang aus mit der Verleihung des “Max und Moritz-Preises” der Stadt Erlangen. Da hat mich vor allem gefreut, dass Marvin Clifford den Publikumspreis für seinen Webcomic “Schisslaweng” erhalten hat zu Recht. Gratulation!

Am Samstag ging der Wahnsinn mit dem Comicademy-Workshop “Erzähl doch mal” weiter, bei dem Frank Plein Tipps zum Thema “Storytelling” verriet. Danach ging’s raus unter freien Himmel, Skizzen zeichnen mit Patrick McAllister, woraus sich noch ein sehr spannendes Gespräch mit ihm entwickelte.

Und wieder rauf auf die Messe, wo ich ein paar Worte im Bereich der Comic Solidarity  mit den Boys und Girls der Pengboom-Society wechseln konnte, die mit “A House Devided” einen sehr inspirierenden Webcomic im Portfolio haben. Und wie es der Zufall wollte, stolperte ich über “Mr. Kill“, dem wunderbaren Killer-Comic der Plem Plem Productions. Vielleicht ergibt sich da demnächst ebenfalls eine Zusammenarbeit!

Ja und dann … wurden Pornos gezeichnet. Frei nach dem Motto “Anatomie, aber geil! – FSK 18″ bot die Comicademy einen Workshop rund ums Genital an, Geschlecht egal! Das lag jetzt nicht unbedingt allen Teilnehmer, machte aber durchaus Spaß. So sehr, dass ich erst zum 2:2 des Deutschland gegen Ghana-Spiels die Public Viewing-Area enterte.