Eigentlich bin ich ja nicht so der Mann für Commissions. Ich mach zwar mitunter welche, so richtig glücklich machen sie mich aber nicht. Sie halten mich vom Comicmachen ab. 

Zum einen liegt das daran, dass ich von Haus aus ein digitaler Zeichner bin. Mein Arbeitsplatz und mein gesamter Workflow sind auf Grafiktablett ausgelegt und wenn ich analog arbeite muss ich, zum Missfallen meiner holden Gattin, an den Wohnzimmertisch ausweichen. 

Zum anderen liegt es an der am häufigsten gewünschten Motivwahl: Superhelden! Wer es noch nicht weiß: Immer, wenn ich einen Superhelden zeichnen muss, stirbt etwas in meinem Inneren. Superhelden sind mein ganz persönliches Kryptonit. Das ging sogar so weit, dass sich jemand von mir mal eine „Harley“ gewünscht hat und um ein Haar die Zeichnung eines Motorrads von mir bekam. Superhelden überlasse ich denjenigen, die das besser können als ich. 

Obendrein sind das auch noch alles Einzelillustrationen, worin ich auch nicht eben gut bin. Aber ich glänze bei Comic-Geschichten! 

Als Michael mir den Vorschlag machte, am von ihm organisierten Inktober 2025 teilzunehmen, wusste ich sofort: Ich will Comicseiten machen! Als Test habe ich beim Inktober 2024 meinen Comic „Nightknight“ erstellt. Und als das funktionierte, sagte ich Michael zu. 

Schnell war mir klar, dass ich einseitige, in sich abgeschlossene Kurzcomics machen wollte. Genre und Thema (also so etwas wie „Western“ und „Fußball“) sollte von euch kommen, liebe Teilnehmende und Leser dieses Vorworts. An mir lag es, daraus eine funktionierende Story zu stricken! Und Mensch, hat das Spaß gemacht! 

Erst einmal vielen Dank an euch alle, dass ihr euch auf diesen doch recht ungewöhnlichen Inktober eingelassen habt. Ihr habt teilweise wunderbare Kombinationen gefunden, die mich zunächst erst mal einigermaßen ratlos zurückgelassen haben. Ich meine „Fantasy & Mechabots“? „Dinosaurier & Weihnachten“? „Altenpflege & Wilder Westen“?!? Hallo? Geht‘s noch?!? Aber kommt Zeit, kommt Rat und während ich an den ersten Seiten rumzeichnete kamen Stück für Stück die Ideen für die nachfolgenden Geschichten. Und das machte einen riesen Spaß! 

Aber ich muss zugeben, ich hab die Arbeit ein wenig unterschätzt. Ließ sich im Jahr davor mein „Nightknight“ problemlos durchzeichnen, musste ich hier Seite für Seite neu ansetzen, Geschichten konzipieren und Handlungspersonal entwerfen. Und dann wollte der ganze Spaß auch noch koloriert werden. Uiuiui, das war zwischenzeitlich recht anstrengend. Aber ich finde, es hat sich gelohnt! 

Ich bin sehr stolz auf das Endergebnis: Die Geschichten sind rund, die Kolorierung gelungen und das Endergebnis ist ein Inktober-Produkt, das meines Wissens so noch nicht umgesetzt wurde. Ich bin sehr glücklich über die tollen Themen, die ihr mir zugerufen habt. Durch sie ist dieses Buch so unglaublich vielfältig und abwechslungsreich geworden. 

Ich hatte große Freude daran, all diese Geschichten und Ideen zu zeichnen und hoffe, ihr habt ebensolchen Spaß daran, sie nun zu lesen!